Bericht

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03.05.2008 Anatoli Karpow im Kurhaus  von Helmut Zahnleiter

Nach sieben Stunden ungeschlagen

Ins Goldene Buch der Gemeinde Waldbronn trug sich jetzt mit Anatoli Karpow der mehrfache Schachweltmeister ein, aufmerksam beobachtet von Bürgermeister Harald Ehrler und Schachclub-Vorsitzendem Clemens Linowski 

Das zweite Event in der Reihe "40 Jahre Kurhaus Waldbronn" war ebenfalls ein voller Erfolg. Gemeinsam mit dem Schachclub Waldbronn, der in diesem Jahr ebenfalls seinen 40. Geburtstag feiert, war es der Gemeinde und zahlreichen Sponsoren gelungen, mit Anatoli Karpow den mehrfachen Schachweltmeister und nach Expertenmeinung "besten Turnierspieler der Welt" nach Waldbronn zu locken.
Zunächst herrschte im Kurhaus aber noch etwas Nervosität. Denn Anatoli Karpow war erst kurz zuvor von Moskau kommend in Frankfurt gelandet, wo ihn sein Manager Dieter Auer, der auch Leiter der "Karpow Schachakademie" in Hockenheim ist, bereits erwartete. Kurz vor 14 Uhr kam dann der erlösende Anruf aus der Höhe von Kirrlach-Kronau und wenige Minuten später betrat Anatoli Karpow, mit Beifall begrüßt, die Bühne des Waldbronner Kurhauses.

 
Clemens Linowski (re.), der Vorsitzende des Schachclub Waldbronn, überreichte Bürgermeister Harald Ehrler ein Schachbrett für sein Dienstzimmer, dahinter beobachten Anatoli Karpow und Prof. Dr. Horst Hagen die Szene 

Offiziell begrüßt wurde er hier von Bürgermeister Harald Ehrler. "40 Jahre Kurhaus und 40 Jahre Schachclub Waldbronn, da war es klar, dass Anatoli Karpow an 40 Brettern simultan spielen sollte!" Ehrler war dankbar, dass Anatoli Karpow darauf einging, obwohl er noch nie 40 Simultanpartien gespielt habe. Waldbronn, so der Bürgermeister weiter, sei eine schachbegeisterte Gemeinde. Das zeige sich auch daran, dass es dem Schachclub gelungen sei, alle 40 Bretter zu besetzen. Dazu habe die Gemeinde als Sponsor beigetragen, indem sie einige Plätze für jugendliche Spieler übernommen habe.

Groß war die Schlange, als der mehrfache Schachweltmeister Autogramme gab 

Die beeindruckende Karriere des 56-jährigen Anatoli Karpow stellte anschließend in Bildern Prof. Dr. Horst Hagen vom Schachclub Waldbronn vor. Karpow habe alles gewonnen, was im Schach zu gewinnen gebe, er war von 1975 bis 1984 die unangefochtene Nummer eins, und habe sich so den Ruf als bester Turnierspieler aller Zeiten erworben. Für den Waldbronner Schachclub sei diese Veranstaltung eine "Sternstunde", an deren Zustandekommen viele als Sponsoren beteiligt waren. Vorsitzender Clemens Linowski bedankte sich beim Bürgermeister für die Unterstützung mit einem Schachbrett, das im Amtszimmer des Bürgermeisters seinen Platz finden solle.
Anatoli Karpow selbst gratulierte dem Waldbronner Schachclub zu seinem Geburtstag. Dabei hob er auch die große Schachtradition in Deutschland mit vielen bedeutenden Turnieren hervor, ehe er in der Mitte des Saales Platz nahm und eifrig Autogramm für Mitspieler und Zuschauer gab. Turnierleiter Rolf Zimmer gab dann noch die Regularien bekannt und Anatoli Karpow schritt zum ersten Brett.

Per Handschlag begrüßte Anatoli Karpow seine Mitspieler, ehe er mit dem ersten Zug vorlegte 

Mit Handschlag begrüßte er seine Mitspieler, ehe er den ersten Zug machte. Danach herrschte zunehmend Spannung pur. Nach sage und schreibe sieben Stunden Spielzeit ohne Unterbrechung hatte Anatoli 36 Partien gewonnen, vier gab er unentschieden, darunter auch der Schüler Stephan Weber vom SC Ettlingen. Die restlichen drei unentschiedenen Partien trotzten Viktor Oesterle und Stephan Csernalabics, beide vom Schachclub Waldbronn, sowie Konrad Schmalfuß dem russischen Meisterspieler ab.